Closing the Bones – die Zeremonie der bewussten Übergänge

Manche Übergänge in unserem Leben sind deutlich sichtbar. Die Geburt eines Kindes, das Ende einer Schwangerschaft, eine kleine Geburt, ein Umzug, eine Trennung, der Verlust eines geliebten Menschen oder der Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

Und doch gehen wir oft einfach weiter.

Unsere Gesellschaft kennt nur wenige Rituale, die uns dabei unterstützen, bewusst innezuhalten, Abschied zu nehmen und einen Übergang wirklich zu würdigen. Genau deshalb berührt mich die Closing the Bones Zeremonie so sehr.

Ich erlebe immer wieder, wie kraftvoll es sein kann, wenn wir uns Zeit nehmen, das Erlebte bewusst zu integrieren und einen neuen Lebensabschnitt willkommen zu heißen.

Der Name „Closing the Bones“ bedeutet wörtlich übersetzt „die Knochen schließen“.

Die Form der Zeremonie, wie ich sie gelernt habe und heute anbiete, hat ihre Wurzeln in der traditionellen mexikanischen Rebozo-Arbeit. Dort begleiten Hebammen und Frauen seit Generationen Menschen mit Tüchern, Berührung und Ritualen durch Schwangerschaft, Geburt und andere bedeutende Lebensübergänge.

Gleichzeitig fasziniert mich, dass sich ähnliche Rituale in vielen Kulturen der Welt finden. Das bewusste Begleiten von Übergängen, das Einhüllen des Körpers, das gemeinsame Feiern oder Verabschieden und das Schaffen eines geschützten Raumes sind menschliche Bedürfnisse, die sich überall auf der Welt wiederfinden.

Sie erinnern uns daran, dass Veränderung nicht nur etwas ist, das wir alleine bewältigen müssen, sondern etwas, das auch gehalten und begleitet werden darf.

Rund um die Geburt wird häufig davon gesprochen, dass sich der Körper einer Frau öffnet – körperlich, emotional und oft auch auf einer sehr tiefen persönlichen Ebene. Die Closing the Bones Zeremonie lädt dazu ein, diesen Übergang bewusst abzurunden und den Körper symbolisch wieder zu sammeln.

Gleichzeitig geht diese Arbeit für mich weit über das Wochenbett hinaus.Ich begleite Closing-Zeremonien nach einer Geburt, nach einer kleinen Geburt/Fehlgeburt, nach einer intensiven Kinderwunschzeit, nach dem Abstillen, nach Trennungen, Abschieden oder anderen Wendepunkten im Leben. Immer dann, wenn etwas endet und etwas Neues beginnen darf.

Nicht, weil eine Zeremonie etwas „heilen“ oder „reparieren“ könnte. Sondern weil sie einen geschützten Raum schafft, in dem alles da sein darf. Freude, Erleichterung, Trauer, Stolz, Erschöpfung oder Dankbarkeit.

Eine Closing the Bones Zeremonie ist eine Reise des Ankommens und des Loslassens.

Wir beginnen mit einem warmen Getränk, zum Beispiel Kakao oder einem anderen wärmenden Getränk, und nehmen uns Zeit, in Ruhe anzukommen. Gemeinsam gestalten wir ein Mandala aus Kräutern und Blüten – ein achtsamer Moment, in dem deine Intentionen, Gedanken und Gefühle sichtbar werden dürfen.

Anschließend folgt eine Rebozo-Massage, die deinen Körper einlädt, loszulassen und sich getragen zu fühlen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen darf die Verbindung mit den Pflanzen weiterfließen: Die Kräuter und Blüten aus dem Mandala begleiten ein warmes Bad, das Raum für Entspannung und Integration schafft.

Danach folgt eine achtsame Ölmassage, bevor die Zeremonie mit dem bewussten Schließen durch die Rebozo-Tücher ihren Abschluss findet. Der Körper wird an verschiedenen Stellen sanft umhüllt und gehalten – ein Gefühl des Sammelns, des Getragenseins und des Zurückkehrens zu sich selbst.

Es geht dabei nicht um das „Schließen“ im Sinne von Verschließen.

Für mich bedeutet Closing vielmehr, etwas bewusst zu vollenden. Sich selbst und dem eigenen Weg Aufmerksamkeit zu schenken. Den Körper zu würdigen für das, was er getragen hat. Sich Zeit zu nehmen, bevor der nächste Lebensabschnitt beginnt.

Was mich an dieser Arbeit immer wieder berührt, ist ihre Langsamkeit. In einer Welt, die oft erwartet, dass wir schnell weitermachen, lädt sie dazu ein, innezuhalten. Zu spüren. Zu atmen. Und wahrzunehmen, was eigentlich alles schon geschehen ist.

Ich wünsche mir, dass Rituale wieder einen selbstverständlicheren Platz in unserem Leben bekommen. Nicht, weil wir sie brauchen, um vollständig zu sein, sondern weil sie uns helfen können, Übergänge bewusster zu erleben. Sie erinnern uns daran, dass Veränderung Zeit braucht und dass wir uns selbst mit derselben Fürsorge begegnen dürfen, die wir so oft anderen schenken.

Wenn du das Gefühl hast, an einem Übergang in deinem Leben zu stehen und dir einen achtsam gehaltenen Raum wünschst, begleite ich dich gerne mit einer Closing the Bones Zeremonie.

Fotos Ksenia Les


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