Einen Raum mittragen
Es gibt Momente, in denen einem bewusst wird, wie sehr sich der eigene Weg weiterentwickelt hat.
Vor einem Jahr saß ich noch selbst als Teilnehmerin in Ayas Workshop. Ich lernte die Closing the Bones-Arbeit kennen, tauchte in ihre Haltung und ihr Wissen ein und begann anschließend, das Gelernte in meiner eigenen Praxis zu vertiefen. Seitdem durfte ich viele Closing-Zeremonien begleiten – und mit jeder einzelnen ist meine Wertschätzung für diese Arbeit gewachsen.
In diesem Jahr durfte ich an Ayas Seite zurückkehren – nicht mehr als Teilnehmerin, sondern als Co-Host.
Ich habe für die Gruppe gekocht, den Workshop organisatorisch begleitet und Aya unterstützt. Es war eine besondere Erfahrung, einen Raum auf diese Weise mitzutragen und gleichzeitig mitzuerleben, wie eine neue Gruppe diese berührende Arbeit kennenlernt.
Für mich gehört gutes Essen zu einem Workshop genauso selbstverständlich dazu wie das Lernen selbst. Gemeinsam am Tisch zu sitzen, innezuhalten und sich auszutauschen schafft Gemeinschaft und trägt einen Raum auf seine ganz eigene Weise. Menschen zu versorgen ist für mich Ausdruck von Fürsorge – und genau das durfte ich an diesem Wochenende leben.
Wenn ich an Aya denke, verbinde ich sie mit Präzision, Klarheit und einer beeindruckenden fachlichen Tiefe.
Sie ist für mich eine Lehrerin, die nie aufgehört hat, selbst Schülerin zu sein. Seit vielen Jahren bildet sie sich bei unterschiedlichen Lehrer:innen weiter, reist, forscht und erweitert kontinuierlich ihr Wissen. Gleichzeitig spürt man in jeder Begegnung ihre langjährige Erfahrung als Bodyworkerin. Diese Verbindung aus fundiertem Fachwissen, gelebter Praxis und großer Sorgfalt macht sie für mich zu einem echten Vorbild.
Besonders schätze ich ihre Art zu unterrichten. Sie beobachtet aufmerksam, erklärt präzise und vermittelt ihr Wissen mit einer Ruhe und Klarheit, die Sicherheit schenkt. Dabei bleibt immer Raum für Fragen, für eigene Erfahrungen und für das feine Spüren, das Körperarbeit so besonders macht.
Es hat mich sehr berührt, die Teilnehmer:innen auf ihrem Weg begleiten zu dürfen. Zu sehen, mit wie viel Offenheit sie lernten und wie diese Arbeit nach und nach lebendig wurde, hat mich voller Freude erfüllt. Denn jede Person, die Berührung mit Achtsamkeit, Respekt und Sorgfalt in die Welt trägt, bereichert unsere Gemeinschaft.
Über die Closing the Bones Zeremonie selbst möchte ich bald noch einen eigenen Beitrag schreiben. Sie verdient mehr Raum, als in diesem Rückblick möglich ist.
Dieses Wochenende hat mir vor allem eines gezeigt: Lernen endet nie. Und manchmal ist es das größte Geschenk, ein Jahr später an denselben Ort zurückzukehren – mit neuen Erfahrungen, gewachsenem Vertrauen und der Möglichkeit, einen Raum nun selbst mitzugestalten.



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