BodyworkExchange-Weekend – ein Raum für gemeinsames Forschen

Wie lernen wir eigentlich Körperarbeit?

Natürlich durch Ausbildungen, Bücher und erfahrene Lehrer:innen. Aber mindestens genauso wichtig sind Räume, in denen wir Fragen stellen dürfen. Räume, in denen wir experimentieren, Feedback bekommen, Gewohntes hinterfragen und gemeinsam neue Erfahrungen sammeln.

Genau aus diesem Gedanken heraus entstand in diesem Frühjahr unser Bodywork Exchange Weekend, das ich gemeinsam mit Natasha organisiert habe.

Es war kein klassischer Workshop mit einem festen Stundenplan oder einer Person, die Wissen vermittelt. Vielmehr war es ein gemeinsamer Forschungsraum für FLINTA*-Personen, in dem jede Person mitgestalten konnte. Alle brachten etwas mit: Erfahrungen, Techniken, Fragen, Ideen oder Themen, die sie gemeinsam explorieren wollten. So entstand ein lebendiger Gruppenprozess, getragen von Vertrauen, Neugier und dem Wunsch, voneinander zu lernen.

Was ich an diesem Format besonders liebe, ist die Haltung dahinter: Niemand musste Expert:in für alles sein. Jede Person durfte gleichzeitig lernen und lehren. Wir nahmen uns Zeit, Berührung wirklich zu erforschen – unterschiedliche Qualitäten wahrzunehmen, Bewegungen immer wieder auszuprobieren, präzises Feedback zu geben und zu empfangen und gemeinsam tiefer zu gehen.

Ich glaube, dass gerade in der Körperarbeit dieses langsame, gemeinsame Forschen unglaublich wertvoll ist. Berührung lässt sich nicht nur über Techniken oder Bücher lernen. Sie entsteht durch Erfahrung, durch Zuhören, durch das Wahrnehmen des eigenen Körpers und des Gegenübers. Je mehr unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen, desto größer wird unser Verständnis.

Mit Natasha diesen Raum zu gestalten, war für mich etwas ganz Besonderes.

Wenn ich an Natasha denke, kommen mir sofort Neugier, Kreativität und Spielfreude in den Sinn. Natasha begegnet Menschen, Ideen und Erfahrungen mit einer Offenheit, die ansteckend ist. Gleichzeitig beeindruckt mich immer wieder der feine Blick für Fragen von (Un-)Gerechtigkeit, Macht und Privilegien. Gespräche mit Natasha bringen mich oft dazu, meine eigenen Perspektiven zu hinterfragen und neue Blickwinkel einzunehmen. Diese Bereitschaft zur Reflexion empfinde ich als große Bereicherung – für meine Arbeit und für mich als Mensch.

Und dann ist da natürlich die Körperarbeit. Natasha arbeitet mit einer außergewöhnlichen Präsenz, großer Feinfühligkeit und einem tiefen Gespür für Menschen. Es ist inspirierend zu erleben, wie Berührung verstanden, erforscht und vermittelt wird. Umso schöner ist es für mich, Natasha auf dem Weg als angehende Lehrperson begleiten zu dürfen.

Ich wünsche mir, dass es noch viele solcher Austauschformate geben wird. Räume, in denen Wissen geteilt statt gehütet wird. Räume, in denen wir gemeinsam forschen, voneinander lernen und uns gegenseitig inspirieren.

Denn genau darin liegt für mich die größte Kraft von Gemeinschaft: Wir wachsen nicht allein – wir wachsen miteinander.


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